Interview mit Momior

In der heutigen schnelllebigen Welt stehen junge Mütter vor vielfältigen Herausforderungen. Hier setzt Momior an, ein innovativer Planer und eine Ressource, die Mütter unterstützt, eine Balance zwischen Mutterschaft, persönlichen Zielen und Wohlbefinden zu finden. Dieser Blogbeitrag stellt ein inspirierendes Gespräch mit den Gründerinnen von Momior vor, die ihre Vision, Herausforderungen und die Philosophie hinter ihrem Projekt teilen. Erfahren Sie, wie Momior darauf abzielt, das Leben junger Mütter zu bereichern und ihnen eine selbstbewusste Mutterschaft zu ermöglichen.

Momior kurz gefasst!

Herzlich Willkommen zu unserem faszinierenden Interview mit den Gründerinnen von Momior! Das Leben als junge Mutter bringt eine Vielzahl von Herausforderungen mit sich, die weit über die Work-Life-Balance hinausgehen. Momior, als mehr als nur ein Planer, ist eine Ressource, die Müttern in dieser turbulenten Zeit unterstützende Werkzeuge und Informationen bietet.
Heute haben wir das Vergnügen, mit den kreativen Köpfen hinter Momior zu sprechen und einen Einblick in die Gründungsgeschichte, persönliche Erfahrungen und den einzigartigen Ansatz zu erhalten, der dieses Projekt so besonders macht. Lassen Sie uns gemeinsam herausfinden, wie Momior nicht nur den Alltag organisieren, sondern auch Müttern zu einer selbstbewussten Mutterschaft verhelfen möchte. Was hat euch dazu inspiriert, Momior zu gründen und welche konkreten Herausforderungen habt ihr dabei erlebt?

Jenja Fischer: Ja, es gibt Menschen, wie Alexandra (Mitgründerin), die sehr in der Mutterrolle aufgingen, die die Auszeit von der Arbeit und das Familienleben sehr genossen. Dazu schien ich irgendwie nicht zu gehören. Ich war heillos überfordert und wusste oft nicht, wo mir der Kopf steht. Außerdem war ich vor meiner Mutterschaft ein sehr organisierter und strukturierter Mensch, dem seine Arbeit sehr wichtig war. Ich ging daher nach nur einer kurzen Auszeit wieder arbeiten und versuchte ab da das Familienleben und die Karriere unter einen Hut zu bekommen. Die Planer und Journals, die ich vor der Mutterschaft nutzte, hatten keinen Platz für die Vereinbarung von Kinderarztterminen. Zeitgleich unterstützten diese Planer oft dabei, sehr ambitionierte Ziele zu setzen, was ja auch gut ist. Mit einem Neugeborenen ist das Leben aber wenig planbar; es gab Tage, da schaffte ich absolut nichts und war frustriert, weil ich mir bestimmte Ziele gesetzt hatte. Irgendwann gab ich auf und wollte einen Mama-Planer bestellen, um dann festzustellen, dass es keinen auf dem Markt gab, der auch nur Ansatzweise meinen Vorstellungen entsprach. 

 

Könnt ihr uns näher erläutern, was genau hinter Momior steckt und wie sich euer Ansatz von anderen Ressourcen für junge Mütter unterscheidet?

Jenja Fischer: Alexandra und ich beschlossen einen eigenen Planer zu entwickeln, der einerseits Platz für Aufgaben und To Dos hat, aber auch die Mama an sich selbst denken lässt durch den Fokus auf Dankbarkeit und Selbstfürsorge. Wir wollten Mamas daran erinnern, dass auch sie weiterhin wichtig ist und es ihnen gut gehen soll. Dass sie sich 15 Minuten nur für sich nehmen dürfen und sollen. Dass sie mit ihrem Partner offen darüber sprechen sollen. Da ich zu Beginn der Mutterschaft oft verunsichert war, beschlossen wir, auch wichtige Fakten und Informationen zu Themen wie bspw. Wochenbett, Stillen, Babyschlaf und Babykrankheiten zu ergänzen.

Somit besteht der erste Teil des Planers aus wissenswerten Informationen, die den aktuellen Stand der Wissenschaft widerspiegeln. So basieren bspw. viele Tipps zum Babyschlaf im Internet auf dem Wissenstand von vor knapp 30 Jahren. Dort wurden die Babys allerdings oft nicht gestillt und die künstliche Nahrung ähnelte der heutigen in eher wenigen Punkten. Die Babys zeigten dadurch ein ganz anderes Schlaf- und Stillverhalten als heute.

Die Vision von Momior ist es für Mamas eine Art Dorf zu schaffen, welches man braucht um ein Baby großzukriegen und welches wir heute nur noch in den seltensten Fällen haben. In der Regel bleibt die Mama mit dem Baby zu Hause, während der Vater weiterhin arbeiten geht. Dies stellt für viele Paare und vor allem Frauen eine große Herausforderung dar. Bei einer anonymen Umfrage an knapp 50 Mamas mussten wir feststellen, dass sich die meisten Mamas sehr isoliert und einsam im ersten Jahr mit Baby fühlen. Außerdem gaben viele an, keinerlei Zeit mehr für ihre Ziele und persönliche Entwicklung zu haben. 

Wir möchten daher perspektivisch einerseits Mamas mit nützlichem Wissen und Tipps versorgen und ihnen andererseits auch emotionalen Beistand leisten in einer Community aus anderen Mamas, wo sie sich gut aufgehoben fühlen.

 

Wie haben eure eigenen Erfahrungen mit der Mutterschaft dazu beigetragen, Momior zu gestalten? Inwiefern spiegeln sich eure unterschiedlichen Perspektiven im Buch wider?

Jenja Fischer: Alexandra hat mittlerweile ganz andere Erfahrungen als zwei-fach-Mama sammeln dürfen, als ich. Sie kennt die wundervollen Augenblicke, die man nur durch Geschwister geschenkt bekommt, aber auch die herausfordernden Momente mit damals zwei Kindern unter 4 Jahren. 

Ich hingegen hatte ein Schreibaby, welches sehr sensibel ist und meinen Plan nach nur vier Monaten Elternzeit wieder arbeiten zu gehen, massiv auf die Probe gestellt hat. Während meine männlichen Kollegen im Notfall einfach auf dem Sofa schliefen, wenn ein wichtiger beruflicher Tag bevorstand, bekam ich keine zwei Stunden Schlaf am Stück durchs Stillen. So hart manche Zeiten auch bei jeder von uns waren, brachten sie uns doch die maximale Palette an Erfahrungen. So haben wir nicht nur Verständnis für nahezu jede Situation einer erschöpften Mama, sondern können sie auch wirklich nachfühlen. 

Alexandra ist ein wahres Organisationstalent. Sie hat ausgezeichnete Tipps und Tricks zur Struktur und der Organisation mit Babys. Außerdem kann sie innerhalb von 15 Minuten aus allen möglichen Dingen etwas leckeres zu Essen zaubern. Daher haben wir auch 15 Rezepte im Buch, deren Vorbereitung nur 15 Minuten in Anspruch nimmt. 

Ich hingegen lege sehr den Fokus, dass sich Mamas im ersten Jahr mit Baby nicht selbst verlieren und weiterhin gut für sich sorgen. Daher wird auch wöchentlich eine Affirmation eingetragen und man schaut, was letzte Woche gut lief und worauf man einfach mal stolz sein darf.

 

Könnt ihr uns mehr darüber erzählen, wie lange ihr an der Entwicklung von Momior gearbeitet habt und wie ihr das Projekt finanziert habt? War es eine Herausforderung, dies parallel zu euren eigenen Verpflichtungen und beruflichen Tätigkeiten umzusetzen?

Jenja Fischer: Oh ja! Es war durchweg eine Herausforderung. Der Anfang war wie in einer Beziehung: wir sahen alles durch eine rosarote Brille. Wir waren beide einige Monate noch in Elternzeit und hatten daher ganz viel Platz in unseren Köpfen für tolle Ideen. Als dann unser regulärer Arbeitsalltag dazu kam, mussten wir feststellen, dass man als berufstätige Mama kaum Zeit hat, sich in Ruhe die Haare zu waschen. Gespräche zu der Firma mussten stattfinden, wenn die Kinder schlafen. Natürlich schlief regelmäßig selbst eine von uns ein oder das Kind fieberte und brauchte Mama besonders doll an dem Abend. 

Außerdem hatten wir einen sehr großen Anspruch an die Qualität des Buches und an das Design. Wir beauftragten daher eine Marketing-Agentur für das gesamte Layout des Buches. So entstand ein enorm hochwertiges Produkt, dessen Entwicklung allerdings seinen Preis hatte. 

Wie sah der kreative Prozess bei der Entwicklung von Momior aus? Welche Aspekte waren euch besonders wichtig bei der Gestaltung des Planers?

Jenja Fischer: Wie bereits gesagt, war uns ein ansprechendes und klassisches Design sehr wichtig. Die Mamas sollen sich richtig wohlfühlen, wenn sie das Buch in den Händen halten. Es soll sich in deren Köpfen eine Verknüpfung aus dem Buch und einem positiven Gefühl der selbstbestimmten Mutterschaft bilden. 

Außerdem war uns aber auch der Inhalt des ersten Teils enorm wichtig. Wir wählten die Informationen sehr sorgfältig aus und recherchierten stunden- und tagelang nach dem derzeitigen Stand der Wissenschaft. 

 
 

 

Es kann einem Baby nur gut gehen, wenn es auch der Mama gut geht. Viele Mütter geben zu viel von sich auf; auch wir haben das teilweise getan. Man legt dann so dermaßen den Fokus auf das Wohl des Kindes, dass man seine eigenen Bedürfnisse und Grenzen komplett vernachlässigt und irgendwann gar vergisst.

Jenja Fischer

Die Veröffentlichung eines Buches ist sicherlich eine komplexe Aufgabe. Könnt ihr uns mehr darüber berichten, wie es war, Momior herauszubringen? Wurde das Buch mit einem Verlag veröffentlicht oder habt ihr es auf eigene Faust umgesetzt? Ist Momior in Buchläden erhältlich?

Jenja Fischer: Die Veröffentlichung eines Buches stellten wir uns auch als eine komplexe Aufgabe vor. Allerdings ist es viel eher eine sehr sehr sehr komplexe Aufgabe. Man beschäftigt sich mit Themen wie Durckart, Papierdicke und -stärke. Wenn eine Seite nur eine kleine Einheit stärker ist und somit hochwertiger aussieht, erhöht sich allerdings das Gewicht des gesamten Buches massiv. Da der Planer nun Mal 52 Wochen ab Geburt eines Kindes abdeckt, bedeutet eine Seite pro Woche mehr gleich 52 Seiten im Buch mehr. Wir mussten daher mehrmals den gesamten Aufbau des Planers über Board werfen und neu anfangen.

Wir haben das Buch bei einer professionellen Druckerei drucken, binden und uns postalisch zukommen lassen. Den Vertrieb übernehmen wir selbst. Derzeit vertreiben wir das Buch über unseren eigenen Shop, würden aber beim nächsten Druck direkt eine ISBN-Nummer bestellen, um das Buch auch in Läden vertreiben zu können.


Gibt es zukünftige Projekte oder Erweiterungen von Momior, die ihr bereits plant oder in Betracht zieht?

Jenja Fischer: Perspektivisch soll es noch einen Planer für das Leben mit Kind ab 1 Jahr geben. In dieser Zeit steigen die Frauen meist in den beruflichen Alltag wieder ein. Wie herausfordernd das ist, haben wir beide selbst durch und beobachten es bei zahlreichen Mamas, mit denen wir im Kontakt stehen. Dieser Planer soll inhaltlich den Fokus auf den kindlichen Schlaf und das Nahrungsverhalten legen, aber auch auf die Autonomiephase und die sogenannte Trotzphase. Im Planer-Teil soll dann der berufliche Alltag der Mama neben den familiären Aufgaben und Terminen in den Fokus rücken. Auch soll Platz sein für die persönliche Entwicklung der Mama, die im ersten Jahr mit Kind oft auf der Strecke bleibt.

Außerdem bauen wir derzeit parallel ein Programm auf, welches Mamas unterstützen soll, wenn es ihnen in der Mutterschaft weit aus schlechter geht, als sie es vorab erwartet und sich gewünscht haben. 

 

Wenn ihr eine Botschaft an alle Mütter da draußen hättet, was wäre das? Wie könnten Mütter Mut schöpfen und sich gegenseitig unterstützen?

Jenja Fischer: Es kann einem Baby nur gut gehen, wenn es auch der Mama gut geht. Viele Mamas geben zu viel von sich auf; auch wir haben das teilweise getan. Man legt dann so dermaßen den Fokus auf das Wohl des Kindes, dass man seine eigenen Bedürfnisse und Grenzen komplett vernachlässigt und irgendwann gar vergisst. Wir hören so oft Berichte von Mamas, die erzählen, dass sie bereits 3 Mal für das Kleinkind an dem Tag gekocht haben, aber ihren Kaffee kalt trinken und keine Mahlzeit zu sich genommen haben. Daher unser großer Appell: 

Achtet auf Euch, nehmt Euch ernst und sorgt gut für Euch. Seid achtsam mit Euch selbst und behandelt Euch wie Eure beste Freundin. Stellt Euch vor, wenn Euch Eure beste Freundin weinend anrufen würde und sagen würde, wie erschöpft und überlastet sie sei. Ihr würdet sicherlich sorgsam und liebevoll mit Ihr umgehen. Ihr würdet ihr vor Augen führen, was sie alles leistet und ihr Mut und Trost schenken. Wir kriegen oft mit, wie schlecht Mütter im Kopf mit sich selbst reden. Wie sie sich verurteilen und kritisieren. Daher fragt Euch immer, wenn etwas nicht nach Euren Vorstellungen läuft, was ihr nun Eurer besten Freundin sagen würdet und sagt Euch das selbst.

Das ganze Familienleben steht und fällt damit, dass es allen gut geht. Dazu gehört auch die Mama!

 

 

Könnt ihr uns einen Einblick geben, wie es Momior aktuell geschäftlich geht? Habt ihr bereits Feedback von Müttern erhalten, und wie entwickelt sich das Projekt seit der Veröffentlichung? Welche Erfahrungen habt ihr bisher mit der Resonanz auf euer Buch und den Planer gemacht?

Jenja Fischer: Das Feedback auf unser Buch fällt tatsächlich durchweg positiv aus, was uns sehr viel bedeutet! Sowohl Gynäkologen, Hebammen als auch Mamas äußern sich stets positiv. Selbiges gilt auch für Influencer, die ein Exemplar von uns zugeschickt bekommen haben. 

Derzeit arbeiten wir an der Vermarktung des Buches. Dieser Prozess ist echt nicht zu unterschätzen, da es viele Produkte auf dem Markt gibt für (werdende) Mamas und es einfach Zeit und Anstrengung braucht, sich auf diesem zu etablieren.

 

Werfen wir einen Blick in die Glaskugel. Wo seht ihr und Momior euch in 5 Jahren?

Jenja Fischer: Unsere Vision ist es zu dem Zeitpunkt mehrere Produkte auf dem Markt zu haben und in Seminaren und Workshops regelmäßig Mamas zu unterstützen und zu begleiten. Wir möchten Mamas einen Raum geben, in dem sie offen und ehrlich über ihre Probleme, Sorgen und Ängste sprechen können ohne Angst zu haben, verurteilt zu werden. 

Sie sollen ein Dorf um sich herum haben, auch wenn dieses ggf. nur digital ist. Sie sollen eine selbstsichere und selbstbestimmte Mutterschaft genießen dürfen, ohne ständig Angst zu haben, etwas falsch zu machen oder keine perfekte Mama zu sein. Sie sollen ihrer Rolle als Mama nach ihren Vorstellungen leben können. 

Wie bei allen Startups wäre es auch unser großer Traum Momior als unseren einzigen Arbeitgeber nennen zu dürfen. Ja, das wäre die Vision unserer Glaskugel! 

 
 

 

Interview im Dezember 2023 geführt mit Yevgeniya (Jenja) Fischer

Bild- und Videomaterial: Momior

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