Interview mit BASGAR

Im Jahr 2022 wurde in der aufstrebenden Welt nachhaltiger Streetwear-Mode ein faszinierendes Start-up ins Leben gerufen – BASGAR. Hinter diesem Modelabel steht die kühne Vision, nicht nur Mode und Accessoires zu schaffen, sondern auch einen positiven Einfluss auf unsere Umwelt auszuüben. In einem exklusiven Interview mit den kreativen Köpfen von BASGAR enthüllen wir die Inspiration, Motivation und die zentrale Botschaft, die dieses Label antreibt. Schauen Sie mit uns hinter die Kulissen von BASGAR, wo Mode nicht nur ein ästhetisches Statement ist, sondern eine kraftvolle Quelle für Positivität, Fortschritt und den festen Glauben an eine bessere Zukunft.

In einer Welt, in der Mode weit mehr ist als nur Stoff und Stil, hebt sich BASGAR als ein revolutionäres Statement hervor. Es ist nicht bloß eine Modebrand, sondern eine leidenschaftliche Mission, die sich dem Schutz unserer Ozeane verschrieben hat. Jede Tasche von BASGAR erzählt eine Geschichte, nicht nur von aufgewerteten Materialien, sondern auch von einem aktiven Engagement für die Erhaltung unserer Meere. In unserem exklusiven Interview mit den Schöpfern von BASGAR tauchen wir ein in diese faszinierende Welt, in der Mode nicht nur getragen wird, sondern auch eine Veränderung in der Art und Weise herbeiführt, wie sie produziert und konsumiert wird. Entdecken Sie mit uns, wie BASGAR die Grenzen von High Fashion neu definiert und jeden, der ihre Mode trägt, zu einem bewussten Akteur für den Schutz der Ozeane und somit für eine vielversprechende Zukunft macht.

BASGAR kurz gefasst!

Herzlich willkommen zum heutigen Interview mit BASGAR! BASGAR setzt sich für nachhaltige Mode ein und geht aktiv gegen die Verschmutzung der Ozeane vor. Wir freuen uns, Bastian dem Gründer von BASGAR heute hier zu haben, um mehr über die Gründung, die Mission und die innovative Herangehensweise des Unternehmens zu erfahren. Kannst du uns zunächst die Hintergrundgeschichte von BASGAR erzählen? Wie kam es zur Gründung des Unternehmens?

Bastian Munsche: Hallo und zunächst einmal vielen Dank für die Einladung. Tatsächlich entstand die grundlegende Idee davon hochwertig, bezahlbare Handtaschen zu produzieren schon vor knapp 3 Jahren. Damals noch als eine klassische drei Uhr nachts Idee im Bett. Ursprünglich ging es vor allem darum eine Marke aufzubauen die ästhetischen Taschen mit hoher Qualität verkauft, welche aber nicht direkt 800€ kosten. Zu dieser Zeit arbeitete ich jedoch in einem völlig anderem Geschäftsfeld und begrub die Idee fürs erste.
Zwei Jahre später kam es dann mit meinem damaligen Geschäftspartner zur finalen Umsetzung und der Gründung von basgar. Die Verwendung von Ozean Plastik entstand in dem Produktentwicklungsprozess als die Frage aufkam, wie werden die Taschen einzigartig und bieten einen realen Mehrwert.

Welche Motivation lag der Gründung zugrunde, besonders im Hinblick auf das Problem des Plastikmülls in den Ozeanen?

Bastian Munsche: Der Ozean und das Leben darin hatten mich schon von klein auf begeistert. Zwischenzeitig sogar so sehr, dass ich beschloss Meeresbiologie zu studieren. Mit 18 Jahren lernte ich dann die Selbstständigkeit kennen und lieben, ab da war für mich klar, dass ich irgendwann einmal ein eigenes Unternehmen aufzubauen werde.
Mit der Gründung von basgar passten diese beiden Bereiche schließlich optimal überein. Das Thema Plastikmüll in den Ozeanen ist definitiv eines der größten Probleme, die wir aktuell haben. Es gibt mittlerweile Müllinseln im Meer die viermal die Größe von Deutschland haben.
Als wir von Möglichkeiten hörten dies für Mode wiederverwendbar und nutzbar zu machen, entstand die Kernidee von basgar. Nachhaltige Mode für die breite Masse und vor allem auch für junge Leute zugänglich und attraktiv zu machen. Denn sind wir ehrlich, als ich an nachhaltige Mode insbesondere Taschen gedacht habe, kam mir nicht als erstes der Gedanke einer stylishe streetwear Tasche, sondern eher die eines Jutebeutels.

Welche Herausforderungen habt ihr während des Gründungsprozesses und der Produktentwicklung gemeistert? Insbesondere in Bezug auf die Herstellung solcher Taschen, die vermutlich sowohl kosten- als auch zeitintensiv ist.

Bastian Munsche: Die größte Herausforderung, die uns begleitet hat, war zum einen die Finanzierung und zum anderen die Frage wie baut man aus dem nichts ein erfolgreiches Modelabel auf?
Letztere Frage klärt sich Schritt für Schritt, ist aber auch noch lange nicht final beantwortet. Hier haben wir bisher viel recherchiert und einfach ausprobiert. Natürlich ist es zeitintensiv, aber das ist nebenberuflich eine Selbständigkeit aufzubauen meiner Meinung nach immer. Man muss es eben wollen.
Die Finanzierung gestaltete sich schwieriger, da wir keine Sponsoren oder Stipendien hatten. Zu Beginn ging das alles noch, da sich die Kosten für z.B einen Onlineshop oder Bearbeitungsprogramme im Rahmen gehalten haben. Interessant wurde es dann bei großen Kosten, wie der Produktion und Beschaffung von Versandmaterialien. Letztendlich habe ich die Firma komplett Eigenfinanziert und trage somit auch das volle Risiko für den Erfolg von basgar, Gerade mit Anfang zwanzig war das nicht sehr einfach, aber wie schon gesagt, man muss es eben wollen und sich dafür entscheiden.

Ein spannender Aspekt eurer Initiative ist die Verwendung von ‚Ocean bound Material‘. Könntest du uns mehr Einblick in den Produktionsprozess geben? Wo werden eure Taschen hergestellt und wie genau erfolgt die Beschaffung der Materialien aus den Ozeanen?

Bastian Munsche: Gerne, wir verwenden für die Produktion unserer Taschen gezielt Materialen die aus dem Ozean und von Stränden gefiltert werden. Also Plastikflaschen, alte Netze etc.. Die Produktion verläuft dann wie folgt: Die gesammelten Kunststoffe werden gereinigt und zu Mikroplastik zerkleinert. Nachdem sie eingeschmolzen wurden, kann daraus wieder nutzbarer Polyestergarn für die Herstellung der Taschen gefertigt werden. So werden z.B aus 18 gesammelten Plastikflaschen eine ocean bag. Momentan werden die Taschen in Asien produziert und das Ozeanplastik dementsprechend auch dort aus den Meeren gesammelt.

Von den Anfängen bis heute: Welche Meilensteine und Erfolge im Verlauf von BASGAR machen dich besonders stolz?

Bastian Munsche: Einer der ersten Momente war nach Monaten von Markenbildung, Design und Produktion die erste physische Tasche in der Hand zu halten. Dies war zwar noch nicht die finale Tasche jedoch das erste Mal, dass ich die Gedanken, die ich zuvor hatte in meinen Händen hielt.
Nach knapp einem Jahr Arbeit an der Marke haben wir am 01.10.2023 offiziell basgar released. Zwar war vor allem die letzte Woche vor dem Release sehr stressig, ich aber um so glücklicher, als es dann so weit war.
Ich glaube am meisten stolz bin ich aber auf die Tatsache vor ein paar Jahren diese Idee gehabt zu haben und das Ganze wirklich bis zum offiziellen Start der Marke durchgezogen und sie aus eigener Kraft auf die Beine gestellt zu haben.

»Mir hat der ganze Prozess bisher gezeigt, dass die größte Hürde einfach das Starten ist. Natürlich ist das Durchhalten nicht immer leicht, wenn du jedoch an deine Idee wirklich glaubst, dann findest du Wege, um weiterzumachen.«

Bastian Munsche

Seit der Einführung eurer nachhaltigen Taschen, die aus ‚Ocean bound Material‘ und ‚global recycled Material‘ hergestellt werden, wie ist die Resonanz auf dem Markt? Habt ihr den gewünschten Erfolg erreicht, sowohl in Bezug auf die Nachfrage als auch auf die Resonanz der Verbraucher?

Bastian Munsche: Dadurch, dass wir erst seit so kurzer Zeit im Markt sind, ist es schwierig ein wirklich aussagekräftiges Bild zu geben. Hinzu kommt, dass wir eine komplett neue Brand sind, die bis vor zwei Monaten noch niemand kannte.
Was ich bisher aber sagen kann ist, dass wir seit Beginn sehr positives Feedback über das Konzept, Design und die Qualität bekommen haben. Demnach bin ich sehr zuversichtlich, was die Zukunft von basgar angeht.

Könntest du uns einen Überblick über dein aktuelles Team geben? Wie viele Teammitglieder sind derzeit an Bord und in welchen Funktionen sind sie aktiv? Besteht die Absicht, das Team in Zukunft zu erweitern?

Bastian Munsche: Also offiziell betreibe ich basgar allein, werde aber an allen Ecken unterstützt. Angefangen von meinem ehemaligen Gründungspartner und besten Freundes, ohne den das ganze nie gestartet wäre und der den Aufbau immer mit begleitet und supportet. Bei allen mentalen, kreativen und digitalen Bereichen, wie zum Beispiel Motivation, Bildbearbeitung und Social Media, ist meine Freundin eine große Unterstützung und Bereicherung für mich und die Firma.
Ansonsten bin ich sehr dankbar über den ganzen Support von Freunden die gemodelt, oder auf anderen Wegen unterstützt haben.
Für die Zukunft sind auf jeden Fall Mitarbeiter geplant, aber Genaueres steht noch nicht fest.

Kannst du uns noch einen kleinen Einblick in den Produktionsprozess geben. In welchen Stückzahlen produziert ihr eure Taschen und wie erfolgt die Herstellung, automatisiert oder in Handarbeit? Wie habt ihr es geschafft, die Nachhaltigkeit eurer Produkte beizubehalten, auch wenn die Produktion möglicherweise auf größere Stückzahlen ausgeweitet wurde?

Bastian Munsche: Bei ausländischen Produzenten ist es oft so, dass man eine gewisse Stückzahl abnehmen muss, damit es sich für beide Seiten lohnt. Die Produktion verläuft auf beiden Wegen. Gewisse Teile der Tasche, wie z.B das Metall Logo am Reißverschluss wird maschinell erstellt, wiederum die Zusammensetzung der Tasche per Hand.
Dadurch, dass nur die Produktion extern verläuft, haben wir den Rest selbst in der Hand, um auch hier die Nachhaltigkeit bewahren zu können. Hier benutzen wir von recycelten Versandkartons bis zum plastikfreien Klebeband und klimafreundlicherem Versand fast ausschließlich nachhaltige Produkte.

 

Welche Herausforderungen hat BASGAR auf dem Weg zu nachhaltigeren Produkten und Prozessen überwunden?

Bastian Munsche: Also die größte Herausforderung war es zu auf jeden Fall mit den gewünschten Materialien zu produzieren. Wir mussten zu Beginn mit vielen potenziellen Produzenten in die Verhandlungen gehen, die zum Beispiel aus künstlichem Leder, aber nicht aus recycelten Ozean Plastik produziert haben. Dann gab es Produzenten, welche zwar die Materialen besaßen, aber die Qualität des Endproduktes nicht stimmte. Dieser Prozess in der Überprüfung der gewünschten Qualität, sowie Beschaffung der notwendigen Zertifikate hat gerade zu Beginn aufgehalten. Im Bereich Verbandmaterialien gibt es in Deutschland mittlerweile wirklich gute Möglichkeiten.

 

Basierend auf deinen eigenen Erfahrungen, welchen Rat würdest du anderen Gründern oder Startups geben?

Bastian Munsche: Mir hat der ganze Prozess bisher gezeigt, dass die größte Hürde einfach das Starten ist. Natürlich ist das Durchhalten nicht immer leicht, wenn du jedoch an deine Idee wirklich glaubst, dann findest du Wege, um weiterzumachen. Ich schreibe mir oft einfache To-do-Listen mit den wichtigsten nächsten Schritten und halte alle neuen Ideen in meinen Notizen fest. Aber das einfachste und rückblickend Beste, was wir gemacht haben, war einfach zu starten. In unserem Beispiel: Idee gehabt, Name entwickelt, Gewerbe angemeldet, Produzenten gesucht, Design entwickelt etc.. Hätten wir uns direkt zu Beginn mit den Kosten, oder dem Versand beschäftigt, hätte uns das nur abgeschreckt. Natürlich war aber die intensive Kostenplanung als es ernst wurde einer der wichtigsten Aspekte. Von daher tut glaube ich vielen ein wenig mehr realistisches Selbstvertrauen in die eigenen Ideen zu Beginn ganz gut 😉

Wie sieht die langfristige Vision von BASGAR aus? Gibt es neue Projekte oder Initiativen, die in Zukunft in Angriff genommen werden sollen?

Bastian Munsche: Klar, es sollen im Accessoires-Bereich noch einige neue Produkte entstehen wie crossbody bags, weekender / Sportstaschen, Koffer und noch einigen Überraschungen, an denen wir arbeiten. Die langfristige Vision ist es jedoch nicht nur Produkte zu entwickeln, sondern auch eine starke Marke mit ebenso wichtiger Markenbotschaft aufzubauen. Es geht darum, dass moderne Streetwear Mode und Nachhaltigkeit miteinander kombinierbar sind und somit die gesamte Modeindustrie, sowie jeder Konsument, einen wichtigen Beitrag für eine bessere Zukunft leisten kann. Darüber hinaus ist ein großes Ziel mit der Marke Initiativen wie Whalerescue und ocean cleanup Programme zu unterstützen, sich aktiv daran zu beteiligen und selbst Expeditionen in dieser Art zu organisieren.

 

Interview geführt im November 2023 mit Bastian Munsche

Bild- und Videomaterial: BASGAR

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