Interview mit Mal eben Leben

Martin Bremer wohnt in Cottbus und hat sich vor kurzem beruflich umorientiert und als Fotograf mit "Mal eben Leben" selbstständig gemacht. Im Interview erzählt er, wie es dazu kam.

Hallo Martin, wie begann deine Leidenschaft für das Fotografieren?

Ich hatte 5 Jahre Lehramt-Studium hinter mir und fand mich gefangen in einem starren Schulsystem, das keinen Platz für Kreativität und wirkliche individuelle Entwicklung bot. Ich wollte da raus, einmal ganz weit weg und alles hinter mir lassen. So flog ich nach 3,5 Jahren an Grundschulen auf unbestimmte Zeit nach Südostasien. Einen Monat später schon kümmerte ich mich um eine bessere Kamera, denn ich wollte diese andere Welt so gut wie möglich einfangen. So kam eins zum anderen und ich nahm mir das Ziel, bis zum Ende meiner Reise 100 Menschen zu porträtieren. Auch nach meiner Rückkehr machte ich mit den Porträts weiter. Weil ich diese Geschichten hinter den Gesichtern so sehr liebe.

Wie kam es dazu, dass Du das jetzt als Selbstständiger beruflich machst und wie bist Du auf die Idee der Foto.Story.Books gekommen, die Du anbietest?

Ich wollte nicht mehr zurück in die Schule, sondern das tun, wofür ich brenne. Also besuchte ich die Seminare der Zukunft Lausitz, in denen ich mich auf die Selbständigkeit vorbereitete. Dort saß ich anfangs und wusste gar nicht, wie ich meine beiden Talente bzw. Passionen (Fotografie und Schreiben) miteinander kombinieren könnte. Es gab dann einen regen Austausch innerhalb der Seminarteilnehmer*innen und so entwickelte sich mit jeder Woche ein exakteres Bild von diesen Foto.Story.Books.

Was war bisher dein schönster Fotoauftrag?

Vor einem Jahr begann ich mit einer meiner besten Freundinnen ihre knapp zwei Jahre alte Tochter zu fotografieren. Mit ihr habe ich das erste Langzeit-Foto.Story.Book erstellt und sie ein Jahr lang fotografiert und diese einmaligen Momente eingefangen. Ich war zu Tränen gerührt, als ich das Buch designed habe, denn die Worte, die ich dort reinschrieb, kamen aus tiefstem Herzen und waren so voller Emotionen. Ich habe dieses kleine süße Leben so festgehalten, wie es das verdient hat – in der allerbesten Qualität, in den schönsten Momenten. Einfach echt, wie kleine Kinder nun mal sind. Ich habe das Buch erschaffen in dem Wissen, dass sie es sich irgendwann anschauen wird und dann versteht, wie sie uns Erwachsenen Herzensmomente schenkte.

Du warst auch als akkreditierter Fotograf beim Elbenwald Festival dieses Jahr, wo es viele Menschen zu fotografieren gab in beeindruckenden Kostümen. Hast Du vielleicht ein paar Tipps für Hobbyfotografen woran sie denken sollten, um bei so einem Event bessere Fotos hinzubekommen?

Mein Tipp gilt für alle, die gern eine Kamera in die Hand nehmen: Alles ist Perspektive! Die Welt ist voll mit langweiligen Fotos auf Augenhöhe. Besondere Fotos entstehen durch besondere Perspektiven. Fotos, bei denen der Fotograf vollen körperlichen Einsatz zeigt, kommen gut an. Einfach mal senkrecht nach unten fotografieren oder sich auf den Boden legen. Fotos werden durch solche kleinen Änderungen bedeutend eindrucksvoller. Und falls ich einen zweiten, wahrscheinlich noch wichtigeren Tipp geben darf: Licht sollte man nicht unterschätzen, sondern zu seinem Vorteil nutzen.

Wer kann sich alles bei Dir melden für Fotoaufträge?

Allgemein gesagt: Jeder, der das Leben liebt. Im Speziellen heißt das, dass jeder, dem etwas sehr wichtig ist, zu mir kommen kann. Ich möchte mit meinen Fotos die Schönheit der Menschen aufdecken und beim Selbstwert unter die Arme greifen, aber genauso auch Unternehmen unterstützen, sich und seine Mitarbeiter*innen online auf beste Weise zu präsentieren. Hochzeiten, Jugendweihen, Einschulungsfeiern, ein Neugeborenes. Modeshootings, Festivals oder Sportveranstaltungen. Ich liebe Kunstfotos mit Models, aber genauso auch Kleinkindfotos im Park. Das Leben wartet an jeder Ecke. Und ich warte auf eine neue Herausforderung.

Mal eben Leben kurz gefasst


Bild: Martin Bremer

Interview geführt im August 2021

Bildmaterial: Martin Bremer

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